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Armut in Österreich


Österreich gehört zu den reichsten Ländern der Welt. Dieser Reichtum nimmt ständig zu. Doch auch die Armut wächst: fast 18% der Bevölkerung (> 1,5 Millionen) sind arm oder armutsgefährdet. 

Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Armut ist ein Verteilungsproblem.

Mit ihrer Initiative will die Wiener Tafel auf die Diskrepanz in unserer Gesellschaft hinweisen: Jährlich werden in Wien rund 70.000 Tonnen Lebensmittel vernichtet. Zeitgleich weist Wien mit 22,7% der Bevölkerung das größte Armutsrisiko auf. Längst schon geht Armut durch alle Bevölkerungsschichten. Neben den geschätzten 8.000 permanent Obdachlosen nehmen über 7.100 Menschen zeitweise Obdachloseneinrichtungen in Anspruch. In Wien stehen 4.500 Wohn- und Schlafplätze für Menschen ohne Wohnung zur Verfügung. Expertenschätzungen zufolge sind in Österreich insgesamt rund 12.000 Menschen wohnungslos. Armut macht krank und einsam. Sie grenzt aus, entwürdigt den Menschen, schwächt ihn und die Gesellschaft.


Durch die Arbeit der Wiener Tafel soll Abhilfe geschaffen, der Staat jedoch nicht aus seiner sozialen Verantwortung entlassen werden. Die in der Bundesverfassung verankerte Pflicht zur Grundversorgung der StaatsbürgerInnen muss Aufgabe der öffentlichen Hand bleiben. Die Wiener Tafel versteht ihren Einsatz als ergänzendes Hilfsangebot.


Armutsmessung
In der Armutsforschung unterscheidet man zwischen Armutsgefährdung und manifester Armut.
 
Die Armutsgefährdung wird gemäß dem Europäischen Statistischen Zentralamt (EUROSTAT) ausschließlich über Einkommensrisiken definiert. Personen, deren Einkommen unter 60% des Medianwertes des Pro-Kopf-Einkommen liegt, gelten als armutsgefährdet. Dieser Schwellenwert beträgt laut EU-SILC 2013 in Österreich 13.244 Euro netto pro Jahr für einen Einpersonenhaushalt.
 
Von manifester Armut spricht man, wenn neben der finanziellen Not noch andere Beeinträchtigungen bestehen (chronische Krankheiten, die Unmöglichkeit die Wohnung angemessen zu beheizen, neue Kleidung zu kaufen, unerwartete Ausgaben zu machen, einmal im Monat nach Hause zum Essen einzuladen, usw.).

Bevölkerungsgruppen mit überdurchschnittlichem Armutsrisiko: 

41% aller Ein-Eltern-Haushalte
41% der Langzeitarbeitslosen
32% aller alleinstehenden Frauen
32% der Menschen mit Migrationshintergrund


Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Homepage der Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterArmutskonferenz.

NEWSFLASH

03.06.2016

Launch der Wiener Tafel Broschüre "Ist das noch gut? Lebensmittel sicher gut genießen"

Im Rahmen der am 3.Juni stattfindenden Langen Tafel stellt die Wiener Tafel die Broschüre "Ist das noch gut? Lebensmittel sicher gut genießen" vor.

Das Projekt, das gemeinsam mit der MA 38 - Lebensmitteluntersuchung Wien und Pulswerk, dem Beratungsunternehmen des Österreichischen Ökologieinstituts durchgeführt wurde, hat untersucht, wie lange gewisse Lebensmittel nach Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) haltbar sind. Dadurch konnte gezeigt werden, wie lange diese Nahrungsmittel über das MHD hinaus genießbar sind - eine entsprechende Lagerung und die Unversehrtheit der Verpackung vorausgesetzt.

Mehr Informationen zu dem Projekt und zur Broschüre selbst gibt es hier.


STATEMENTS
Unsere ehrenamtlichen MitarbeiterInnen am Wort

Peter Wagner

"Ich engagiere mich bei der Wiener Tafel, weil ich Nächstenliebe in die Praxis umsetzen und Menschen aus unterschiedlichen Kulturen in ihrer Not beistehen kann."

 

Christine Vitorelli

"Ich finde die WT-Idee, die Ausführung und die Beständigkeit ganz ganz super und wünsche mir, dass dies auch viele andere so sehen."