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Armut in Österreich


Österreich gehört zu den reichsten Ländern der Welt. Dieser Reichtum nimmt ständig zu. Doch auch die Armut wächst: über (12%)13% der Bevölkerung (rund eine Million Menschen) sind arm oder armutsgefährdet. 

Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Armut ist ein Verteilungsproblem.

Mit ihrer Initiative will die Wiener Tafel auf die Diskrepanz in unserer Gesellschaft hinweisen: Jährlich werden in Wien rund 70.000 Tonnen Lebensmittel vernichtet. Zeitgleich weist Wien mit 17% der Bevölkerung das größte Armutsrisiko auf. Längst schon geht Armut durch alle Bevölkerungsschichten. Neben den geschätzten 800 permanent Obdachlosen nehmen über 7.100 Menschen zeitweise Obdachloseneinrichtungen in Anspruch. In Wien stehen 4.500 Wohn- und Schlafplätze für Menschen ohne Wohnung zur Verfügung. Expertenschätzungen zufolge sind in Österreich insgesamt rund 12.000 Menschen wohnungslos. Armut macht krank und einsam. Sie grenzt aus, entwürdigt den Menschen, schwächt ihn und die Gesellschaft.


Durch die Arbeit der Wiener Tafel soll Abhilfe geschaffen, der Staat jedoch nicht aus seiner sozialen Verantwortung entlassen werden. Die in der Bundesverfassung verankerte Pflicht zur Grundversorgung der StaatsbürgerInnen muss Aufgabe der öffentlichen Hand bleiben. Die Wiener Tafel versteht ihren Einsatz als ergänzendes Hilfsangebot.


Armutsmessung
In der Armutsforschung unterscheidet man zwischen Armutsgefährdung und manifester Armut.
 
Die Armutsgefährdung wird gemäß dem Europäischen Statistischen Zentralamt (EUROSTAT) ausschließlich über Einkommensrisiken definiert. Personen, deren Einkommen unter 60% des Medianwertes des Pro-Kopf-Einkommen liegt, gelten als armutsgefährdet. Dieser Schwellenwert beträgt derzeit 994 Euro monatlich.
 
Von manifester Armut spricht man, wenn neben der finanziellen Not noch andere Beeinträchtigungen bestehen (chronische Krankheiten, die Unmöglichkeit die Wohnung angemessen zu beheizen, neue Kleidung zu kaufen, unerwartete Ausgaben zu machen, einmal im Monat nach Hause zum Essen einzuladen, usw.).

Bevölkerungsgruppen mit überdurchschnittlichem Armutsrisiko: 
26% aller alleinstehenden Frauen
24% aller Alleinerzieherinnen
26% aller kinderreichen Familien
32% der Menschen mit Migrationshintergrund
41% der Langzeitarbeitslosen


Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Homepage der Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterArmutskonferenz.

STATEMENTS
Ehrenamtliche MitarbeiterInnen
und Ihr Wort

Alfred Guttmann

"Die Tätigkeit der Wiener Tafel ist eine kluge und für mich sympathische Form der Umverteilung. Hier mitzutun erzeugt bei mir Zufriedenheit, das heißt, ich tu auch Gutes für mich."

 

Petra Schmutz

"Mir gefällt die "einfache" Idee der Wiener Tafel - Lebensmittel, die im Abfall landen würden, abzuholen und direkt an soziale Einrichtungen zu verteilen – und es ist immer wieder ein schönes Erlebnis für mich, durch den Einsatz eines Teils meiner Freizeit und durch "Zupacken" benachteiligten Menschen so unmittelbar helfen zu können. Es ist toll, dass diese Idee bereits 10 Jahre aktiv gelebt wird und weiter wächst. Bravo Wiener Tafel!"