Editorial
Ulli Schmidt, Geschäftsführerin

Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind auf unserem Planeten. Eine Milliarde Menschen sind schwerstens unterernährt. Jeder achte Mensch hat nicht genügend zu essen obwohl theoretisch die globale Landwirtschaft in der Lage wäre, die Weltbevölkerung zu ernähren. „Jedes Kind das verhungert, ist ermordet worden“ appelliert der bekannte Schweizer Globalisierungskritiker, Soziologe und langjährige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung Jean Ziegler an unser aller Gewissen.

In unserer westlichen Welt wird ein Viertel aller Lebensmittel vernichtet statt gegessen. Mit Europäischen Stützungszahlungen produzierte Lebensmittel werden in afrikanischen Staaten auf den Markt geworfen. Die lokalen Märkte werden zerstört. Die Menschen in den Ländern des Südens sind mit ihren landwirtschaftlichen Produkten auf ihren Märkten nicht mehr konkurrenzfähig. Spekulation treibt Lebensmittelpreise in die Höhe. Das Vieh der westlichen Hemisphäre wird mit Getreide und Soja aus Entwicklungsländern gemästet. Weltweite Zusammenhänge, die Hunger und Tod verursachen. Die Ursachen müssen bekämpft werden!

Jede/r kann dazu beitragen. Die Wiener Tafel schafft Bewusstsein für mehr Gerechtigkeit und baut jeden Tag eine tragfähige Brücke zwischen Überfluss und Bedarf. Gleichzeitig werden wertvolle Lebensmittel vor dem Müll gerettet. Auch das ist Ursachenbekämpfung.

Der 16. Oktober ist der jährliche Welternährungstag. Vielleicht ein Anstoß, noch mehr gegen Armut, Hunger und Lebensmittelverschwendung zu tun!

Herzlichst. Ihre Ulli Schmidt

Profi(l): Leopoldine Hipfinger

„Ich bin auf einem nahezu autarken Betrieb aufgewachsen, habe das Wegwerfen von Lebensmitteln nie kennengelernt und kann es bis heute nicht akzeptieren!“ Das Aufwachsen auf einem Bauernhof wirkt für Leopoldine Hipfinger bis heute als Tiefenprogramm gegen die Verschwendung von Nahrungsmitteln. Mit ihrer ehrenamtlichen Mitarbeit bei der Wiener Tafel trägt sie aktiv an der Verwirklichung ihrer Überzeugung bei. Nach dem Ende ihrer beruflichen Tätigkeit als gefragte Professionalistin in der IT-Branche mit vielfältigen internationalen Erfahrungen fand Leopoldine ihre weitere Erfüllung in ihrem Engagement als Beifahrerin bei der Wiener Tafel. „Es ist ein Job, bei dem man auch körperlich zupacken kann und man tut Gutes für die Schwächeren der Stadt!“ Aber auch mit ihren umfangreichen IT – Kenntnissen unterstützt Leopoldine die Wiener Tafel äußerst wirksam. Ihre vielfältige ehrenamtliche Tätigkeit versteht sie „als Dank an die Gesellschaft für mein gutes schönes Leben.“ Bei all ihren sozialen Initiativen nimmt sich Leopoldine auch Zeit für ihre Hobbies: Reisen, Lesen, Sport und Musik. Totale Entspannung findet unsere dynamische ehrenamtliche Mitarbeiterin im Weinviertel, wo ihre vehemente Ablehnung von Lebensmittel-Verschwendung ihre Wurzeln hat.

trennlinie Aktuell: Erste Wiener Freiwilligenmesse

Von 12. bis 13. Oktober fand im Künstlerhaus die Erste Wiener Freiwilligenmesse statt. Mehr als 60 Vereine bzw. Organisationen aus den Bereichen Soziales, Gesundheit, SeniorInnen, Kinder und Jugend, Kultur sowie Umwelt stellten ihr Angebot für Menschen, die sich freiwillig engagieren wollen, vor. Eingebettet in ein interessantes Vortragsprogramm über die verschiedensten Aspekte der Freiwilligenarbeit präsentierten die ausstellenden Organisationen die vielen Möglichkeiten des freiwilligen Engagements und machten auf dessen Bedeutung für das Funktionieren unserer Gesellschaft aufmerksam. Die Wiener Tafel war mit einem Info-Stand vertreten. www.freiwilligenmesse.at

Intern: Suppe mit Sinn 2012

Auch 2012 wird es sie wieder geben: die traditionelle Winterhilfsaktion der Wiener Tafel „Suppe mit Sinn". Wie in den vergangenen Jahren widmen die teilnehmenden und sozial engagierten Gastronomiebetriebe eine Suppe auf ihrer Speisekarte der Wiener Tafel und spenden für jede verkaufte Portion einen Euro an die Wiener Tafel. Damit kann die Wiener Tafel armutsbetroffene Menschen mit genusstauglichen Lebensmitteln versorgen. Lebensmittel, die sonst vernichtet würden! Die Aktion läuft von 1. November bis 31. Dezember 2012. Als Auftaktveranstaltung wird es am 5. November gemeinsam mit dem Restaurant „Yamm!“ im „Jonas-Reindl“ am Schottentor einen Suppenausschank mit prominenter Unterstützung geben.
Während des gesamten Aktionszeitraums wird heiße Suppe gegen soziale Kälte zugunsten der Wiener Tafel ausgeschenkt. Weitere Veranstaltungen zur Suppe mit Sinn und Informationen zum Gewinnspiel finden Sie auf unserer Homepage. Machen auch Sie mit - als Gast und/oder GastronomIn mit Herz. Kontakt: Mag.a Monika Heis, monika.heis@wienertafel.at
T: +43 650 901 000 4
www.suppemitsinn.at

sms
Die Tafel bringts

zum Verein Ute Bock

Das Flüchtlingsprojekt Ute Bock ist ein gemeinnütziger, nicht Gewinn orientierter Verein, der im Jahr 2002 von Ute Bock gegründet wurde. Hauptaugenmerk legt die Organisation auf die Beratung und Betreuung in Wien lebender und in vielen Fällen obdachloser AsylwerberInnen sowie anderer hilfsbedürftiger Flüchtlinge.
Mittlerweile werden 450 Personen in 140 Wohnungen betreut. Seit 2003 werden auch kostenlose Deutsch-, Alphabetisierungs- und EDV Kurse für AsylwerberInnen organisiert. Mit seiner Sozialberatung assistiert der Verein bei der Lösung verschiedenster Probleme, wobei zum Alltag vieler AsylwerberInnen in Österreich die verzweifelte Suche nach einem Schlafplatz, Verpflegung und ärztlicher Versorgung gehören. Auf Grund des Beratungsdefizits im Bereich des österreichischen Asyl- und Fremdenwesens, bietet der Verein auch kostenlose Rechtsberatung an. Ute Bock wurde am 4. Oktober 2012 mit dem großen Verdienstzeichen der Republik Österreich für ihr jahrelanges, unbeirrbares Engagement für Flüchtlinge ausgezeichnet. Die Wiener Tafel gratuliert ganz herzlich!

Kontakt:
Flüchtlingsprojekt Ute Bock
Zohmanngasse 28
1100 Wien
Tel.: 01/929 24 24 - 24
E-Mail: info@fraubock.at

Faktum:

Jährlich am 16. Oktober findet der Welternährungstag (auch Welthungertag genannt) statt. Er wurde erstmals 1979 durchgeführt und macht seitdem einmal jährlich auf weltweit viele Millionen an Hunger leidende Menschen aufmerksam. Am 16. Oktober 1945 wurde die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO als Sonderorganisation der UNO mit der Aufgabe gegründet, die weltweite Ernährung sicherzustellen. Der aktuelle UN-Hungerbericht schätzt die Zahl der Hungernden weltweit auf 868 Millionen Menschen. Während auf der einen Seite Millionen Menschen an chronischem Hunger leiden, landen auf der anderen Seite Unmengen an genusstauglichen Lebensmitteln im Müll. Am Welternährungstag - und auch an jedem anderen Tag im Jahr - sollten wir uns einmal mehr ins Bewusstsein rufen, wie wir selbst mit unseren Lebensmitteln umgehen und wie wertvoll diese Ressource ist.

Partnerschaft:
bz-Wiener Bezirkszeitung

In Medien-Kooperation mit der bz-Wiener Bezirkszeitung ruft die Wiener Tafel Sie auf, Ihr Lieblings-Suppenrezept einzuschicken. Dieses Mal werden Kürbissuppenrezepte gesucht und prämiert. Bis zum 7. November können Sie Ihre Rezepte einsenden: Wiener Tafel, Kennwort „Suppe“, Simmeringer Hauptstraße 2-4, 1110 Wien oder per Email an monika.heis@wienertafel.at. Die drei besten Rezepte werden von den drei EinsenderInnen am 22. November gemeinsam mit dem bekannten Fernsehkoch Johann Lafer im „Motto am Fluss“ zubereitet. Die ersten drei GewinnerInnen dürfen sich über attraktive Preise freuen.

bz_logo

LeserInnen-Post

„Durch eine kleine Geste bei anderen für eine große Zufriedenheit sorgen - ein schönes Gefühl!" Jutta, ehrenamtliche Tafelritterin, zur Suppe mit Sinn 2012

Spenden | Presse | Hintergründe | Jeder profitiert | Termine | Impressum
Wiener Tafel - der Verein für sozialen Transfer {domain.address}
ZVR: 283 996 437 | Redaktion: N. Zielonke, K. Geier, J. Pammer
www.wienertafel.at | office@wienertafel.at | +43 1 236 56 87

Abmelden
© copyright Wiener Tafel 2012