Februar 2014
Editorial
Ulli Schmidt, Geschäftsführerin

Liebe Leserinnen und Leser!
Am 20. Februar 2014 findet der Tag der Sozialen Gerechtigkeit statt. Der Aktionstag wurde im Jahr 2009 von den Vereinten Nationen eingeführt. Was bedeutet überhaupt soziale Gerechtigkeit und wie geht eine Gesellschaft damit um? Wann wird die Verteilung von Ressourcen als fair und ungerecht bezeichnet? Soziale Gerechtigkeit ist – nicht nur in der Soziologie – ein sehr vielschichtiger Begriff.
In den letzten Jahren meiner Tätigkeit bei der Wiener Tafel musste ich erleben, dass immer mehr Menschen auf die Hilfsangebote der Wiener Tafel angewiesen sind. Und dabei ist der Bedarf noch lange nicht gedeckt. Sozial gerecht ist das nicht! Die Wiener Tafel trägt seit fast 15 Jahren zu mehr Gerechtigkeit bei, indem sie Güter des täglichen Bedarfs umverteilt. Sie versorgt Menschen am Rande der Gesellschaft mit genusstauglichen Lebensmitteln. Aber nicht nur die materielle Grundversorgung sondern auch gesellschaftliche Teilhabe führt zu weniger Ungleichheit. Mit der überregionalen Gründung des Verbands der österreichischen Tafeln (siehe Intern) übernehmen die Tafeln noch mehr Verantwortung und bauen ihre soziale Transferarbeit weiter aus. Jede und jeder einzelne kann etwas für mehr Gerechtigkeit tun! Um dem wachsenden Bedarf in den Mutter-Kind-Wohnheimen, Frauenhäusern, Flüchtlingsherbergen und Obdachlosenbetreuungseinrichtungen an frischen und gesunden Lebensmitteln aber auch an Hygieneprodukten noch besser gerecht werden zu können, brauchen wir dauerhafte UnterstützerInnen, Fördermitglieder und noch mehr aktive FahrerInnen! Erzählen Sie es bitte weiter! Herzliche Grüße

Ihre Ulli Schmidt

Profi(l): Sepp Fennes

Viele unserer ehrenamtlichen MitarbeiterInnen erfahren von der Wiener Tafel durch Berichte in den Medien. Sepp las eine Reportage und wusste sofort: „Da mach ich als ehrenamtlicher Beifahrer mit!“ Als selbständiger Persönlichkeitstrainer und systemischer Coach kann er seine Tagesstruktur selbst gestalten. Die Motive für sein Engagement sind einerseits „die genial-einfache Idee, Lebensmittel von dort, wo sie nicht mehr gebraucht werden, kostenlos dorthin zu bringen, wo man Verwendung für sie hat.“ Anderseits ist es ihm ein Bedürfnis, etwas von dem weiterzugeben, was ihm für sein Leben gegeben wurde. Außerdem lernt er interessante und ebenfalls sozial engagierte Menschen kennen. Auch die Begegnung mit den Menschen in den betreuten Institutionen empfindet er als Bereicherung für sein Leben. Sepp unterstützt die Wiener Tafel als Beifahrer, aber auch mit seiner beruflichen Dynamik. Er gestaltet für die MitarbeiterInnen Workshops und bei Events bringt er als „Mitsing-Musikant mit Gitarre“ Schwung ins Tafelleben. Vielfältigkeit bestimmt auch seine Freizeitaktivitäten: Reisen in alle Teile der Welt (76 Tripps bisher, 100 sollen es werden), Tischtennis und kochen. Sein Lebensmotto:„Wer nie vom Weg abkommt, bleibt auf der Strecke!“

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Partnerschaft: MODUL sammelt für Wiener Tafel-Brotfahrzeug

4.444,44 Euro für die Wiener Tafel, das ist das stolze Ergebnis des Engagements der Wiener Tourismusschulen MODUL. Erreicht wurde dieser Spendenbetrag durch die tatkräftige Zusammenarbeit der SchülerInnen und LehrerInnen der Tourismusschule und mit Unterstützung der Josef Manner & Comp. AG. Ein Flashmob, eine Spendenaktion und ein Punschstand wurden ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Wiener Tafel zu unterstützen. Mit dem gesammelten Geld kann der laufende Betrieb des Wiener Tafel Brot-Lieferfahrzeuges finanziert werden. Ein herzliches Dankeschön an alle, die dieses Ergebnis möglich gemacht haben.

Intern: Gründung des Verbands der Österreichischen Tafeln!

Am 6. Februar fand, unter starkem medialem Interesse, die Gründungspressekonferenz des Verbands der Österreichischen Tafeln im Café Landtmann statt. Gäste am Podium waren Jochen Brühl (Vorsitzender Bundesverband Deutscher Tafeln), Nadine Zielonke (Obfrau des Verbands der Österreichischen Tafeln), Martin Haiderer (Obmann und Gründer der Wiener Tafel), Andrea Roschek (Vorsitzende der Pannonischen Tafel), Ernst Thomas Fingerl, (Projektleiter der Flachgauer Tafel) sowie Tanja Dietrich-Hübner (Nachhaltigkeitsbeauftragte REWE International AG). „Armut, Arbeitslosigkeit und Ausgrenzung nehmen zu. Gemeinsame Sorge fordert gemeinsame Verantwortung. Diese nimmt ab heute der „Verband der Österreichischen Tafeln“ wahr. Mit gebündelten Kräften werden wir Bewusstsein schaffen, Qualitätsstandards umsetzen, Kooperationen koordinieren und Aktionen setzen. Denn unsere Gesellschaft kann sich keinen Hunger leisten.“ betonte Martin Haiderer, Gründer und Obmann der Wiener Tafel. Primäres Ziel der Mitglieder (Wiener Tafel, Pannonische Tafel, Flachgauer Tafel) ist es, qualitativ einwandfreie Nahrungsmittel und sonstige Güter des täglichen Bedarfs, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr für den Verkauf bestimmt sind, Menschen in Not zukommen zu lassen. Der Verband wird kompetenter Ansprechpartner für überregionale PartnerInnen der Tafelarbeit in Österreich sein. Dieses Netzwerk bündelt Interessen, Ideen und Engagement seiner Mitglieds-Tafeln und kann diese so noch überzeugender nach außen vertreten als eine lokale Tafel alleine. Der Verband der Österreichischen Tafeln wird neue Tafel-Gründungen wirkungsvoll unterstützen und als erfahrener Ansprechpartner für überregionale Aktivitäten zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen unter: www.dietafeln.at

Der frisch gekührte Vorstand des Verbands: v.l.n.r. Florian Berger (stv. Schriftführer), Andrea Roschek (Schriftführerin), Ernst T. Fingerl (Kassierender), Nadine Zielonke (Obfrau), Helmut Adam (Stv. Obmann)

trennlinie Aktuell: Akkordeonfestival 2014 - Musik für Ohren, Herz & Seele

Am 22. Februar startet das 15. Internationale Akkordeonfestival mit einem prall gefüllten Programm: 51 Veranstaltungen an 20 Spielstätten, das sind 36 Konzerte – davon 14 Doppelkonzerte, 5 Stummfilm-Matineen, 5 Workshops, drei mal Magic-Afternoon und zwei Tanz-Perfomances – und das sensationelle daran: Die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der Wiener Tafel dürfen bei den Konzerten auch heuer wieder Spenden sammeln. Im vergangenen Jahr brachte diese einzigartige Kooperation mit dem internationalen Akkordeonfestival mehrere tausend Euro für den sozialen Transfer. Möglich macht all das Tafelritter und Veranstalter des Festivals Friedl Preisl mit seinem Team – Tausend Dank! Auch auf dieser Ebene ein unverzichtbarer Fixpunkt im Kulturleben unserer Stadt!

 

 

Die Tafel bringts
ins Haus Henriette

Im Haus Henriette - auf dem Areal der ehemaligen Busgarage Vorgartenstraße - wohnen Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen waren und aufgrund ihres Alters und/oder ihrer Erkrankung teilweise Unterstützung bei der Lebensführung benötigen. Für 60 Personen bietet das Haus Henriette eine dauerhafte Wohnmöglichkeit in Kleingarconnieren. Ein Team aus qualifizierten MitarbeiterInnen (SozialarbeiterInnen, WohnbetreuerInnen) ist vor Ort rund um die Uhr für die BewohnerInnen da, damit diese in der Einrichtung ihren Lebensabend verbringen können.

Kontakt:
Engerthstraße 154a
1020 Wien
maria.scheiblauer@w.roteskreuz.at

Faktum: Wiener Tafel zieht Jahresbilanz - das war 2013 in Kennzahlen

So viel sei vorweg gesagt: Die Bilanz des Jahres 2013 fällt sehr positiv aus. Besonders erfreulich ist die Entwicklung im Bereich PR, Marketing & Events: Mit einer Steigerung von 66% (!) bei den Mediennennungen im Jahresvergleich konnte die Wiener Tafel ihre Medienpräsenz auf 209 Nennungen in Tageszeitungen, Magazinen, TV, Radio und Online-Medien massiv ausbauen und somit ihrem zweiten Kernauftrage neben dem sozialen Transfer - der Bewusstseinsbildung im Sinne des Einsatzes gegen Armut, Hunger und Lebensmittelverschwendung - sehr erfolgreich nachkommen. Die Anzahl der belieferten Sozialeinrichtungen ist auf 92 gestiegen – das sind um 7 mehr als im Vorjahr 2012. Somit versorgt die Wiener Tafel 16.000 Armutsbetroffene mit geretteten Lebensmitteln. Das Warenvolumen konnte um 7,5 % erhöht werden, das bedeutet, dass 2013 496.845 Kilogramm Lebensmittel vor der Vernichtung bewahrt wurden. Dabei mussten die Lieferungen lediglich um ein Prozent gesteigert werden – dank der hohen Effizienz der Wiener Tafel-Logistik. Der Anstieg der mit den fünf Hilfslieferfahrzeugen zurückgelegten 98.376 Kilometer betrug 6,4% zum Jahr 2012. Vier weitere Sozialeinrichtungen haben bereits schon wieder Interesse bekundet als begünstigte Kooperationspartner-Organisationen aufgenommen zu werden, was einen weiteren Bedarf bei den in der Liefertätigkeit aktiven Ehrenamtlichen - und da vor allem bei den FahrerInnen - bedeutet. Ganz besonders positiv ist die Steigerung bei den Corporate Social Volunteers um 123% auf 123 aktive – dank der sehr erfolgreichen Kooperationen mit VIG, Donau, UNIQUA, BAWAG, BKA, MA 6, UNO, Casinos Austria und IT-experience und weiteren Institutionen. Das Verhältnis von ehrenamtlichen zu hauptamtlichen Arbeitsstunden von 63% zu 37% beweist einmal mehr, dass die Wiener Tafel als ehrenamtlich basierter Sozial- und Umweltverein reüssieren kann!

 

Ein herzliches Dankeschön an alle WarenspenderInnen, SponsorInnen und ehrenamtliche MitarbeiterInnen, die dieses beeindruckende Ergebnis möglich gemacht haben.

LeserInnen-Post

„Die Tafeln in Deutschland organisieren sich seit 1995 im Bundesverband. So können die Interessen gegenüber Politik, Gesellschaft sowie Spendern und Sponsoren besser vertreten werden. Den einzelnen Tafeln bieten wir unter anderem eine Plattform für die Vernetzung untereinander und organisieren gemeinsam mit den Regionen die Verteilung von Lebensmittel-Großspenden. Wir begrüßen die Gründung des Dachverbandes der Tafeln in Österreich und sind uns sicher, dass dies die Arbeit der österreichischen Tafeln noch weiter stärken wird. Wir freuen uns auf den Erfahrungsaustausch und die künftige Zusammenarbeit!“ Jochen Brühl, Vorsitzender Bundesverband Deutscher Tafeln

 

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