Oktober 2014
Editorial
Ulli Schmidt, Geschäftsführerin

Laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) gibt es bereits mehr Übergewichtige als Unterernährte. Über eine Milliarde Menschen haben zu viele Kilogramm und leiden an Folgeerkrankungen. Tonnenweise werden Lebensmittel vernichtet und alle 5 Sekunden stirbt ein Mensch an Unterernährung. Laut Experten könnte die Weltbevölkerung bereits doppelt ernährt werden. Ist das nicht paradox?!
Ernährungsgewohnheiten in den industrialisierten Ländern und der Welthunger hängen zusammen. Das ist nur ein Grund für den Hunger in der Welt. Die Verteilung der Ressourcen funktioniert nicht ausreichend.
Jährlich am 16. Oktober wird der Welternährungstag bzw. -hungertag begangen (siehe Faktum). Aber ein Gedenktag im Jahr reicht nicht um nachhaltig etwas zu verändern. Wir als Zivilgesellschaft sind aufgerufen, aktiv etwas zu tun. Lebensmittel werden verschwendet und verderben auf ihrem Weg entlang der Wertschöpfungskette. Gleichzeitig verhungern Menschen. Das muss nicht sein! Jede und jeder kann die eigenen Gewohnheiten überdenken.
Deshalb meine Bitte an Sie: konsumieren Sie ganz bewusst, verwerten Sie übriggebliebene Lebensmittel zu schmackhaften Speisen, informieren Sie sich, seien Sie kritisch und spenden Sie ein paar Euro an die Wiener Tafel für den sozialen Transfer. Denn wir müssen weitermachen - wie in den vergangenen 15 Jahren rettet die Wiener Tafel weiterhin genusstaugliche Lebensmittel vor der Entsorgung und bringt diese zu 16.000 Armutsbetroffenen in inzwischen 99 Sozialeinrichtungen im Großraum Wien.

Danke,
Ihre Ulli Schmidt
 

Profi(l): Heidelinde Haas

Armutsbekämpfung, Ressourcenschonung und der achtsame Umgang mit Lebensmitteln sind für Heidi Haas keine leeren Worthülsen. Es ist ihr ein Anliegen einen Beitrag für eine bessere und sozialere Gesellschaft zu leisten – dabei ist ihr Achtsamkeit im gegenseitigen Umgang, aber auch mit den vorhandenen Ressourcen besonders wichtig. Auch wenn sie die Notwendigkeit von Organisationen, wie der Wiener Tafel, als Armutszeugnis unserer Gesellschaft und Politik empfindet, stellt sie sich seit 2011 doch gerne in den Dienst der ältesten Tafelorganisation Österreichs. „Einen Teil meiner Freizeit zu verschenken, fühlt sich gut und richtig an, da ich ganz hinter Philosophie und Mission der Wiener Tafel stehe.“ Derzeit ist Heidi Haas mit der Teilnahme am Lehrgang „Pioneers of Change“ unterwegs in die Selbstständigkeit in den Themenfeldern Nachhaltigkeit, Plastikmüllvermeidung und Ressourcenschonung. Aus diesem Grund kann sie der Wiener Tafel jetzt mehr Zeit widmen. Am Anfang war es die ‚Suppe mit Sinn’, die ihr besonders am Herzen lag. Im Moment bringt sie sich gerne an den Infoständen bei verschiedenen Veranstaltungen ein, so kann sie zur Bewusstseinsbildung beitragen. Für die Zukunft wünscht Heidi Haas der Wiener Tafel weiterhin die Unterstützung vieler ehrenamtlicher MitarbeiterInnen.

 

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Intern: Heiße Suppe gegen soziale Kälte

Wenn’s draußen winterlich klirrt, ist die Suppen-Saison eingeläutet: Wer labt sich nicht gern an einem heißen Kraftspender. Armutsbetroffene Menschen können das oft nicht. Die „Suppe mit Sinn“ ist die jährliche Winterhilfsaktion der Wiener Tafel und findet von 1.November bis 31. Dezember statt. Sozial engagierte GastronomInnen widmen eine Suppe auf ihrer Speisekarte der Wiener Tafel und führen für jede verkaufte Portion einen Euro Spende an Österreichs älteste Tafelorganisation ab! Mit einem Euro versorgt die Wiener Tafel bis zu 10 Armutsbetroffene mit Lebensmitteln. Mit einer Portion Suppe werden also gleichzeitig der Gast und bis zu zehn Bedürftige satt! Sind auch Sie GastronomIn mit Herz und nehmen noch nicht an der Winterhilfsaktion der Wiener Tafel „Suppe mit Sinn“ teil? Dann besuchen Sie www.suppemitsinn.at und informieren sich, wie sie ganz einfach teilnehmen können! Am 7.Oktober findet um 12 Uhr im Schlumberger Wein- und Sektkeller eine Veranstaltung der „Besten Österreichischen Gastlichkeit“ statt, bei der Maria-Elisabeth Schaeffler von Familienministerin Sophie Karmasin als „Internationale Kulinarische Botschafterin Österreichs 2015“ geehrt wird. Die Wiener Tafel wird dort das Konzept der „Suppe mit Sinn“ präsentieren. Im Anschluss an den Festakt gibt es ein „Suppenbuffet mit Sinn“.

 

 

 

 

 

Partnerschaft: NEA Design

Die einhellige Begeisterung aller über die graphische Gestaltung Festschrift „15-Jahre Wiener Tafel“ ist Jo Santos und Katharina Ehrenmüller von der Kreativ-Agentur NEA-Design gewiss! Die Agentur NEA Design befasst sich mit Markenentwicklung, Corporate Design, Publikationen und Service Design. Sie betreut die Wiener Tafel als pro bono Kundin bereits seit der Gestaltung des Jahresberichts 2012. „Wir haben die Zusammenarbeit auf Grund des professionellen, dynamischen und konstruktiven Zugangs durch die Verantwortlichen seitens der Wiener Tafel sehr genossen“, betonen Katharina Ehrenmüller und Jo Santos über die Zusammenarbeit mit der Wiener Tafel. Wir sagen jedenfalls in aller Form: Eine riesengroßes Dankeschön für diese großartige Erfahrung: geballte Kreativität gepaart mit Professionalität, Verlässlichkeit und Flexibilität, dem ästhetischen Zugang und der Freude am gemeinsamen Gestalten haben etwas Einzigartiges hervorgebracht, was die Wiener Tafel absolut stimmig und authentisch darstellt!

Zur Festschrift

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Faktum: Welthungertag

Der Welthunger- oder Welternährungstag wurde 1979 eingeführt und wird seither jährlich am 16. Oktober begangen. Laut FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) leiden derzeit weltweit 805 Millionen Menschen an Hunger. Das sind seit den 1990er Jahren um 200 Millionen Menschen weniger. Den diesjährigen Welthungertag stellt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO unter das Motto „Family Farming: Feeding the world, caring for the earth.“ Damit wird der Fokus auf die Wichtigkeit landwirtschaftlicher Familienbetriebe im Kampf gegen Hunger und Armut gelegt.

 

 

LeserInnen-Post

Glück ist für mich…
… Anderen behilflich zu sein.
Ein Lebensmittel auf das ich nicht verzichten kann…
… Alles was wächst.
Der Wiener Tafel wünsche ich…
… Ganz viel Erfolg für die nächsten 15 Jahre und darüber hinaus.
(Peter Legat, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Wiener Tafel und Musiker von Count Basic)

 

Die Tafel bringts zum Verein „Dialog“

Seit sechs Jahren beliefert die Wiener Tafel die Standorte Döblerhofstraße und Gudrunstraße des Vereins Dialog, den es seit 35 Jahren gibt, mit Lebensmitteln. Dialog ist die größte ambulante Suchthilfeeinrichtung Österreichs. Die Leistungen des Vereins erfolgen unentgeltlich. Im Mittelpunkt der vielfältigen Aktivitäten von Dialog stehen Suchtkranke jeden Alters. Insgesamt 95 MitarbeiterInnen, darunter FachärztInnen der Psychiatrie, PsychotherapeutInnen und SozialarbeiterInnen wirken zusammen, um Suchtkranke wirksam zu unterstützen und ihnen aus ihrer schwierigen Situation zu helfen. Angeboten wird das psychosoziale Gespräch sowohl mit den Kranken als auch mit deren Angehörigen (Einzel-, Gruppen- und Familientherapie). Suchtmittelsubstitution aber auch komplementäre Heilverfahren wie Akupunktur sind Teil des Programms. Dialog bietet auch Beratung der Betroffenen über Telefon und online. www.dialog-on.at

 

 

Aktuell: TafelBox zur Rettung zubereiteter Speisen

Die Wiener Tafel präsentiert anlässlich des Welthungertages am 16. Oktober 2014 im Grand Hotel Wien am Kärntner Ring ein neues Projekt gegen die Entsorgung wertvoller Lebensmittel – mit der TafelBox soll eine Revolution im Retten von Lebensmitteln eingeläutet werden. Diese wird im Rahmen eines Langzeitprojektes eingeführt und steht unter dem Motto „Einpacken statt wegwerfen. Nicht nur originalverpackte Lebensmittel landen täglich auf dem Müll sondern auch zubereitete Speisen von Buffets, Caterings und Veranstaltungen bleiben oft übrig und werden weggeworfen.
Die Wiener Tafel und ihre Kooperationspartner Kastner und Pacovis bieten jetzt eine Lösung für dieses Problem: Cateringunternehmen, Eventagenturen, Gastronomie und Hotellerie können so übriggebliebene Speisen sinnvoll weitergeben. Das Retten von Lebensmitteln funktioniert auf diese Weise einfach und unkompliziert. Die Gäste können sich selbständig und eigenverantwortlich übriggebliebene Speisen zum späteren Verzehr mit nach Hause nehmen. Von jeder TafelBox gehen 20 Cent als Spende an die Wiener Tafel. Im Rahmen der Presse-Präsentation am 16. Oktober sind alle Gäste dazu eingeladen, das auch gleich selbst auszuprobieren.

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